28.12.2015

Translationsdidaktik Wie kann man Übersetzen und Dolmetschen sinnvoll lehren?

Fortbildung für Hochschullehrerinnen und Hochschullehrer Prof. Dr. Christiane Nord, Tscherniwzi 10.-15.12.2015

Zwischen dem deutschsprachigen Raum und der Ukraine bestehen vielfältige Austauschbeziehungen. Für das Gelingen von Kommunikation und Zusammenarbeit bedarf es kompetenter Übersetzungs- und Dolmetschdienstleistungen. Diese werden im Idealfall von Absolventinnen und Absolventen der Übersetzer- und Dolmetscherausbildungsgänge erbracht.

Zur Weiterentwicklung von Forschung und Lehre sowie zur Stärkung des Berufsfeldes deutsch-ukrainisches Übersetzen und Dolmetschen in der Ukraine hat das Zentrum Gedankendach vom 10.-15. Dezember 2015 eine Fortbildung "Translationsdidaktik: Wie kann man Übersetzen und Dolmetschen sinnvoll lehren?" mit der renommierten Translationswissenschaftlerin Prof. Dr. Christiane Nord organisiert.

Ausgehend von einer Definition der Translationskompetenz und einem graphischen Modell des Übersetzungsprozesses vermittelte Frau Nord Instrumente sowie Strategien für einen abwechslungsreichen, lernzielorientierten Übersetzungsunterricht. Dabei führte sie operable Kategorien wie "Funktionen in Texten", "Übersetzungsprobleme" sowie "Hilfmittel" ein, die in einer stetigen didaktischen Progression angeordnet werden können. Weitere Themen der Fortbildung waren die Evaluation von Prüfungsleistungen, die Auswahl und Didaktisierung von Übungsmaterial sowie Fragen der Curriculumsgestaltung. Dabei gab Frau Nord einerseits wichtige Inputs, moderierte andererseits aber auch die Diskussion und Reflexion der ukrainischen Kolleginnen und Kollegen zur Ausbildungssituation und eigenen Unterrichtserfahrung.

An der Fortbildung nahmen Hochschullehrerinnen und Hochschullehrer aus Kiew, Tscherkassy, Ternopil, Lwiw und Tscherniwzi teil. Zum Abschluss der Veranstaltung stellte Frau Nord die Präsentationen der Fortbildung sowie ausgewählte Aufsätze zur Thematik allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern zur Verfügung, so dass diese die erworbenen Kenntnisse als Multiplikatoren an ihren Heimatuniversitäten weitervermitteln und in die Unterrichtspraxis umsetzen können.

Abgerundet wurde das Fortbildungsprogramm durch einen kleinen landeskundlichen Teil. Gemeinsam mit Frau Nord erkundeten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer die historische Altstadt von Tscherniwzi und das Ensemble der ehemaligen Residenz des Metropoliten von Dalmatien und der Bukowina, das heute Universitätscampus und Baudenkmal zugleich ist.

Alle Kolleginnen und Kollegen brachten zum Abschluss des Seminars den großen Zugewinn an theoretischem sowie didaktischem Wissen sowie die Praxisrelevanz der vermittelten Inhalte zum Ausdruck.

Die Fortbildung wurde durch den Deutschen Akademischen Austauschdienst aus Mitteln des Auswärtigen Amtes gefördert.

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