
Gegründet im Herbst 2009, ist das Zentrum Gedankendach an der Jurij-Fedkowitsch-Universität Czernowitz angesiedelt. Dabei kann das Wort „Dach“ wörtlich genommen werden, denn hier finden gleich zwei Organisationen ihr Zuhause: die „Ukrainisch-deutsche Kulturgesellschaft“ und das „Zentrum für deutschsprachige Studien“. Zugleich verweist das Wort auch auf Tätigkeitsfeld und Herkunft - auf das Kürzel D A CH für Deutschland, Österreich und die Schweiz. Kunst-, Kultur- und Bildungsprojekte sowie wissenschaftliche Kooperationen mit Künstlern und Partnern aus dem deutschsprachigen Raum zu veranstalten, zu initiieren und zu fördern - das sind die Aufgaben des Zentrums Gedankendach.
Der Begriff „Gedankendach“ wurde dem Gedicht „Die Architekten“ von Rose Ausländer entlehnt. Die Lyrikerin ist eine zentrale Figur der deutschsprachigen Vergangenheit Czernowitz. Das Zentrum Gedankendach setzt sich dafür ein, die Erinnerung zu bewahren und zugleich in einer fremdsprachigen Umgebung neue Brücken zu schlagen: in Form von kulturellen und wissenschaftlichen Veranstaltungen sowie in der täglichen Beratungspraxis. Im Mittelpunkt unseres Wirkens steht das Wort.

Wie bringt man den Briefwechsel zweier Vollblutintellektueller auf die Bühne?

Unter diesem Titel beschäftigt sich im Herbst 2012 ein Workshops des Bayerischen Hochschulzentrums für Mittel-, Ost- und Südosteuropa an der Universität Regensburg und des Zentrums Gedankendach mit ...
Ein Haus aus Phantasie
Gedankendach
Nicht
Wörter aus Silbenschaum
Frühling der mit Farben
um dich wirbt
die Schlagader des Sommers
in deinem Ohr
für dich blutet der Herbst
Erfinder des Winters so weiß
ist deine Einbildungskraft
Ja es gibt sie noch
Erbauer immaterieller Wohnungen
hinter Beton und Stein
errichten sie den Raum
für uns alle.
(Rose Ausländer)